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Reiseführer | Mongolei
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![]() | Mongolei. Richtig reisenvon Peter Woeste 3_5 von 5 Sternen Produktinformationen
EUR 20,35 |
Die hilfreichsten Amazon Kundenrezensionen
2.0 von 5 Sternen
Der Anhang dürfte inzwischen überholt sein,
Dieser Mongolei-Reiseführer ist eine flüssig geschriebene, unterhaltsame, in jedem Fall aber eine wichtige Hilfe für jeden, der sich auf das Abenteuer Mongolei einlassen und nicht enttäuscht wieder nach Hause zurückkehren will. Der Leser erfährt vieles über die Landschaften und ihre Menschen, über mongolische Kultur und die besonderes mongolische Ausprägung des tibetischen Buddhismus, der 70 Jahre Unterdrückung zu überdauern vermochte. Der Autor verschweigt auch nicht, mit welchen Problemen ein Mongolei-Reisender zu rechnen hat. Manche Dinge sieht er durchaus kritisch. Erfreulich, dass im historischen Teil dem hierzulande nahezu vergessenen Kapitel deutsch-mongolischer Beziehungen in der Weimarer Zeit zwei Seiten gewidmet sind. Denn in dem damals begonnenen Schüler- und Studentenaustausch wurden die Wurzeln für die Liebe der Mongolen zur deutschen Sprache und Kultur gelegt. Der Anhang mit den nützlichen Hinweisen dürfte inzwischen überholt sein.
5.0 von 5 Sternen
Kühles Grasland Mongolei so gar nicht unterkühlt,
Chinas nördlicher Nachbar Mongolei gehört auch an der Wende zum 3. Jahrtausend zu einem der am wenigsten bekannten Flecken Erde auf unserem Globus. Dabei ist das Land mit über 1,5 Millionen Quadratkilometern Fläche (also mehr als viermal so groß wie Deutschland) eines der größeren Länder in Asien. Um diese Wissensdefizite zumindest in puncto Reiseland auszugleichen, hat Peter Woeste nach einem dreijährigen Aufenthalt an der deutschen Botschaft in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator im DuMont Buchverlag beschrieben, wie man im kühlen Grasland Mongolei richtig reist. Herausgekommen ist dabei eine umfassende und informative Darstellung des Landes, in der sich reizende, sehr schön beschriebene Momentaufnahmen mit hilfreichen Tips fürs Sightseeing vor Ort abwechseln. Der Autor erweist sich in organisatorischen Details, insbesondere bei Wegbeschreibungen, als kritischer Kenner des Landes. Ein Orientierungsfehler wie auf S.14, wo bei der Klimabeschreibung unter Flora und Fauna Ost und West vertauscht werden, erweist sich als große Ausnahme. Heitere Einwürfe wie „Hinter jeder Wegbiegung eröffnen sich phantastische Ausblicke, doch die Vorstellung, auf der sumpfigen Piste steckenzubleiben und in der Kälte auf Hilfe hoffen zu müssen, fördert die Erkenntnis, daß das Paradies nie vollkommen ist", machen die Beschreibungen nicht nur realistisch, sondern darüber hinaus auch amüsant. Illustriert mit zahlreichen gut gestalteten Karten und Übersichtsplänen stellt Woeste außer dem Staatswesen und dessen verschiedenen Aspekten (Bevölkerung, Naturraum, Geschichte und Kultur, Politik und Wirtschaft) auch die Großregionen des Landes als einzelne Reisegebiete mit ihren landschaftlichen Schönheiten, kulturellen Höhepunkten und infrastrukturellen Problemen (Wegever-hält-nisse und Unterkunft) vor. Ein ange-mes-sener Teil davon ist der Hauptstadt Ulan Bator gewidmet - in Anbetracht der Tatsache, daß dort jeder vierte Mongole „in Jurten, Klöstern und Plattenbauten" lebt, sicher gerechtfertigt. Darüber hinaus reist der Leser mit in die Heimat Dschin-gis Khans, das Chentij-Gebirge, und weiter in den Changai, mit Karakorum und dem wunderbaren Kloster Erdeni Juu die Wiege der mongolischen Nation. Hier spätestens fällt auf, daß zwar die Religion der Mongolen und mit ihr natürlich die tibetische Form des Buddhismus beschrieben ist; für Klosterbesuche wäre es aber vielleicht doch angebracht gewesen, einen tieferen Einblick in die lamaistische Ikonographie zu geben. Doch bei DuMont hat diese Aufgabe bekanntermaßen die Reihe „Kunstrei-seführer". „Richtig reisen" bedeutet in der Mongolei natürlich eher, die kühlen Gras- und Waldländer im Norden sowie die Wüsten und Steppengebiete der Gobi im Süden kennenzulernen. So beschreibt Woeste weiter die Fahrten „Zwischen Bergen und sibirischer Taiga", ins Altai-Gebirge, zu den Wildpferden und Dinosaurier-Fund-stellen der Gobi bis hin zum den wilden unzugänglichen Osten, wo 1939 eine Schlacht zwischen Sowjets und den vordringenden Japanern vielleicht mit entscheidend dafür war, daß sich die Japaner im Zweiten Weltkrieg zum Pazifik hin und auf den Gegner USA hin orientierten. Gelegentlich spricht Woestes Text die problematische Beziehung zum großen Nachbarn China an, ohne diese durch einen tieferen Einblick in die enge geschichtliche Verflechtung mit dem Reich der Mitte intensiver zu beleuchten. Das mag ein vielleicht etwas übertriebener Anspruch von uns Chinakennern, -freunden oder -interessierten sein, doch die Tatsache, daß in der chinesischen Volksrepublik mehr Mongolen (4,8 Millionen) leben als in der selbständigen Mongolei (etwa 2 von 2,3 Millionen Einwohnern) rechtfertigt ihn womöglich doch. Darüber hinaus wären viele Entwicklungen der chinesischen Historie nie verständlich geworden, hätte man beim Blick in die Geschichte die weiten zentralasiatischen Steppengebiete in der Betrachtung Chinas auf ähnliche Weise ausgeklammert. Die chinesische Beherrschung der Mongolei oder zumindest der Versuch der ständigen Kontrolle über sie mag für deren Bewohner in vieler Hinsicht unvorteilhaft gewesen sein und gute Gründe für das andauernde gespannte Verhältnis liefern. Indes waren Ereignisse und das Verhalten zentralasiatischer Völker gegenüber der chinesischen Bauernkultur gleichfalls oft wenig dazu angetan, dieser eine andere Wahl zu lassen. Daß es dennoch - oder gerade deshalb - zu einem jahrhunderte-, wenn nicht gar jahrtausendelangen Austausch auf wirtschaftlicher und kultureller Ebene zwischen diesen unterschiedlichen Regionen in Fernost kam, verwundert daher wenig. Die Spuren dieses Austausches beschreibt Woeste wiederum sehr anschaulich und lebendig. Und auch wie diese Zeugnisse den kommunistischen Mongolensturm der dreißiger Jahre, dessen Einfluß erst zu Anfang der neunziger abflaute, überdauerten. Was verlorenging, läßt er in seiner durchaus liebevoll zu nennenden, wenn auch nicht unkritischen Beschreibung des Reiselandes Mongolei anklingen. Daß sich der praktische Serviceteil im Fall der Mongolei, eines Landes, in dem zu reisen sehr schwierig und eine echte Herausforderung ist, mit nicht einmal 20 Info-Seiten eher sehr knapp hält, mag vielleicht eine versteckte Absicht des Autors erkennen lassen, die nur zwei Arten von Reisenden zu einer abenteuerlichen Reise ins kühle Grasland Mongolei auffordern will: zum einen all jene, die es gewohnt sind, sich unter schwierigsten Umständen und unter reeller eigener Einschätzung der Risiken auf ein solches Land einzulassen; und zum anderen diejenigen, deren Geldbeutel groß genug ist, sich alles vor Ort gegen Dollars organisieren zu lassen - was einen ausführlicheren Serviceteil erübrigt. Nichtsdestotrotz hätte man sich in diesem Fall gewünscht, einige konkretere Hinweise auf das Preisniveau solcher Arrangements zu bekommen. Das fehlt leider völlig. So bleibt ein durch ein sehr schön bebildertes, informativ und mit Sachkenntnis geschriebenes Buch, das die Sehnsucht des Lesers, die es geweckt hat, ohne eine realistische Einschätzung der eigenen Reiseaussichten zurückläßt. Nicht verständlich ist, daß für den Titel des mit sehr schönen Fotos ausgestatteten Bandes ein unscharfes Bild ausgewählt wurde. So läßt sich jedoch immerhin sagen: Das Buch hält erheblich mehr als die Aufmachung verspricht... Andreas Gruschke | |





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