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Belletristik | Mongolei

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Der blaue Himmel: Roman (suhrkamp taschenbuch)

Der blaue Himmel: Roman (suhrkamp taschenbuch)


von Galsan Tschinag
4_5 von 5 Sternen

Produktinformationen

  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag
  • Auflage: 9
  • Erscheinungstermin: 28. Jul. 1997

EUR 8,00

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Produktbeschreibung


Kurzbeschreibung
Im Anfang ist der Traum. Aber davon darf keiner erfahren, weder die guten noch die schlechten Träume dürfen bekannt werden. So beginnt die Geschichte, die ein tuwinischer Junge aus der Mongolei erzählt. Er erzählt von seiner Liebe zur Großmutter, von seinem Hund Arsylang, von seinen Träumen und Hoffnungen. Galsan Tschiang läßt in diesem Roman seine Kindheit lebendig werden, das Leben eines tuwinischen Nomadenvolkes in der Steppe der Mongolei, den Überlebenskampf der Familie, das Auseinanderbrechen der alten Strukturen und Traditionen.

Die hilfreichsten Amazon Kundenrezensionen

5.0 von 5 Sternen Eintauchen in eine andere Welt, 23.11.2009
Ich habe in diesem Sommer 3 Wochen in der Mongolei verbracht. Wir sind mit Zelten unterwegs gewesen und haben auch in Jurten übernachtet. Dieses Buch vermittelt mir das Gefühl dieses Landes, mit ausführlichen Beschreibungen und viel Zeit. Es gibt mir einen Einblick in die Denkweise der Menschen, die in dieser unglaublichen Weite leben und weckt den Wunsch, noch mehr aus dieser anderen Welt zu erfahren.
Der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich als Leser darauf einlässt, nimmt er gefangen.

3.0 von 5 Sternen Nachdenklich aber nicht ganz überzeugend, 02.07.2007
Dies ist die Geschichte eines jungen Tuwini, der in der mongolischen Steppe in einer relativ traditionellen Nomadengesellschaft aufwächst. Er ist der Jüngste von drei Geschwistern und sein Leben ist angefüllt von seiner Familie, den Schafen und seinem Hund Arsylang.

Der Roman ist in erster Linie eine Geschichte der Beobachtung dieses gesellschaftlichen Zwiespalts, der die Familie des Jungen immer mehr von den anderen Leuten in der Gruppe isoliert. Als nachdem er durch die Schule seine Geschwister verloren hat auch noch seine Großmutter stirbt, wird der Kleine immer unruhiger und unsicherer, was das weitere Leben angeht auch weil er ahnt, dass auch er bald aus seiner gewohnten Lebensumgebung gerissen werden wird um die Schule zu besuchen.

Dieses Buch ist auf Grund der Gestalt des Ich-Erzählers sehr einfach in seiner Sprache und es tauchen auch oft überflüssige Erklärungen von Motivationen und Ideen auf. Interessant ist es, das nomadische Leben der Tuwini zu betrachten, allerdings dürften die meisten Westeuropäer froh sein, dass dies nicht ein Leben ist, das sie selber führen müssen. Wenn man das Buch ein wenig boshaft beschreiben möchte, dann ist es Heidi auf tuwinisch und lässt darum auch einen zweiten Teil erwarten, der die Erfahrungen des Jungen in der Schule und in der Stadt beschreibt.

5.0 von 5 Sternen Traum eines mongolischen Jungen, 15.07.2006
Ein tuwinischer Junge aus der Mongolei erzählt. Eines Tages kommt eine alte Frau vorbeigeritten und zwischen dem Kind und ihr entwickelt sich eine enge Beziehung. „Meine Großmutter“ nennt der Bub bald die alte Frau. Noch sind die alten Strukturen der Nomaden intakt, noch verläuft das Leben in den gewohnten Bahnen, die sich seit Jahrhunderten nicht verändert haben. Doch es ist die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg und bald tauchen die ersten Anzeichen der Moderne auf. Ein Schietscheng, ein Auto beobachten die Kinder. Ein Lehrer kommt und holt die älteren in die Schule. Dort feiert man nicht das mongolische Neujahrsfest Schagaa, sondern Väterchen Frost, denn die Mongolei ist eines der „Bruderländer“ der Sowjetunion.

Aber in den Jurten dreht sich immer noch alles um das Vieh und das Wetter. Der Junge hütet mit seinem Hund jeden Tag die kleine Herde der letztgeborenen Schafe. Poetisch und doch sehr realistisch schildert der Autor diese Welt, die Träume des Jungen, der einmal ein großer Viehzüchter mit tausend Tieren werden möchte, aber im Moment nur eine kleine Herde beaufsichtigt. Die ersten Bonbons, die die Geschwister aus der Schule mitbringen, der Adler, der vertrieben werden muss, die Kälte, die unerwartet im Frühjahr einbricht und jeden Tag mehr Opfer unter den Schafen fordert. Und die Familie, Tanten und Onkel und natürlich „seine“ Großmutter, auf die der Bub so stolz ist.

Ein langsames Buch, das uns eine fremde Welt näher bringt, erzählt von einem Jungen, der seine Träume, Hoffnungen und Beobachtungen schildert. Und am Schluss taucht der Traum und der Hund wieder auf, um ...

Das Buch kann man gleich noch einmal lesen, ist man am Ende angekommen. Denn was uns der Autor erzählt, ist so dicht, dass man alles gar nicht beim ersten Mal wahrnehmen kann.

(C) Hans Peter Roentgen

3.0 von 5 Sternen Fremde Welt, 06.12.2005
Das Buch erzählt vom Leben eines mongolischen Nomadenjungen, der auf traditionelle Weise in einem Jurtendorf aufwächst, mit vielen Familienmitgliedern und Tieren.

Seine Tage verbringt er mit Schafehüten und all den anderen Tätigkeiten, die dort so anfallen - und natürlich mit seinem über alles geliebten Hund Arsylang.

Zeitlos wirkt diese Lebensweise, doch irgendwann dringt die Realität in die Erzählung ein: der Kommunismus ist auch hierher vorgerückt, die Kinder werden zwangsweise in die Schule geschickt, Teile der Verwandtschaft ziehen in organisierte Dörfer.

Ein durchaus interessanter Einblick in eine Kultur, von der ich sehrwenig wusste, gespickt mit (beinahe zu) vielen Originalausdrücken (ich wusste gar nicht, dass die mongolische Sprache Umlaute kennt und großzügigst verwendet!) Teilweise war mir die Geschichte aber ein wenig zu "unübersichtlich", ab und an habe ich mir mit der Zuordnung der Geschehnisse ein wenig schwergetan.

Sehr gut gefallen haben mir die Passagen über die Großmutter des Jungen und die enge Beziehung zu seinem Hund.

5.0 von 5 Sternen Ehrlich - kompromisslos - gut, 14.11.2005
Die Mongolei ist kalt. Im Winter fällt das Thermometer leicht auf 40 Grad unter Null; die Sommer dagegen sind kurz, heiß, schnell wieder vorbei. Und die Mongolei ist leer; riesige Landstriche, fast ohne eine Menschenseele.

Dieses Buch ist zwar über die Mongolei. Aber es ist alles andere als leer und es ist erst recht nicht kalt. Es geht um einen Nomadenjungen, der bei seinen Eltern in einem Zelt auf dem Altai aufwächst. Es geht um Natur, um Landschaft, um das Leben mit Tieren, den Jahreszeiten und wie die Menschen sich daran anpassen. Und es geht um die Liebe - ob zu einem Hirtenhund oder zu einer alten Frau, die die Familie aufnimmt und von allen bald nur noch Großmutter genannt wird -, es geht um Abschiednehmen, es geht um den Tod.

Galsan Tschinag - selbst als Nomade in der Mongolei geboren - hat diesen stark autobiographischen Roman vollständig auf Deutsch geschrieben, also nicht seiner Muttersprache. Und das merkt man manchmal. Die Sprache ist mitunter sperrig und holprig - und versprüht dadurch doch gerade denselben Reiz wie die Landschaft, die Menschen und die Gefühle, die der Roman äußerst lebendig auf die gerade mal 180 Seiten zaubert. Hier lohnt es wirklich, jedes einzelne Wort zu lesen. Ein warmes Buch für kalte Winterabende - und zum Nachdenken darüber, ob unser von Technologie geprägtes Leben wirklich der Weisheit letzter Schluss ist ...